Was ist die Komfortzone überhaupt?

Wikipedia schreibt dazu: "Der populärwissenschaftliche Begriff Komfortzone beschreibt einen individuellen Bereich des privaten oder gesellschaftlichen Lebens, der durch Bequemlichkeit und Risikofreiheit geprägt ist."

Im Allgemeinen sei der Begriff leicht abwertend gebraucht und das Verlassen der Komfortzone sei positiv konnotiert.

Okay, also ein Bereich, in dem wir es bequem haben und wenig Risiko ausgesetzt sind. Und wenn wir uns in ihr bewegen, könnte es sein, dass wir nicht so positiv wahrgenommen werden, wie wenn wir sie verlassen.

“Komfortzone” kann man mit Brené Brown (The Gifts of Imperfection) als: „Where our uncertainty, scarcity and vulnerability are minimized — where we believe we’ll have access to enough love, food, talent, time, admiration. Where we feel we have some control.” definieren.

Also, dort, wo unsere Unsicherheiten, Ängste und unsere Verletzlichkeit minimiert ist, wo wir das Gefühl haben, dass wir Zugang zu genug Liebe, Essen und Zeit haben. Dort, wo wir das Gefühl haben, etwas Kontrolle zu haben. Hört sich für mich schon gar nicht mehr so nach "Bequemlichkeit" an, sondern mehr nach einem Ort, wo wir uns prinzipiell einfach wohlfühlen. Und nicht gleich die nächste Herausforderung an der Ecke lauert...

Die Komfortzone ist nicht die Zone, wo große Herausforderungen auf uns warten. Sie ist die Zone, in der wir uns ausruhen können.

Und warum also sollten wir sie verlassen?

"Raus aus der Komfortzone!" - Ich weiß nicht, wie oft ich diese Zeilen schon irgendwo gehört oder gelesen habe. Nur außerhalb unserer Komfortzone findet Wachstum statt, findet Lernen statt, findet Entwicklung statt, findet das Leben statt. 

Es gibt an allen Ecken und Enden ca. 9 bis 12 - sogar schnelle! - Tipps, wie wir im Alltag oder im Nicht-Alltag aus der Komfortzone rauskommen. Endlich NEUES tun und uns dabei selbst herausfordern können. Uns neu entdecken können. Keine Angst mehr haben müssen. Über uns selbst hinauswachsen.

*Ironie off*

Ja, auch ich finde es wichtig, dass wir über uns hinauswachsen, dass wir neue Seiten an uns entdecken, dass wir uns Herausforderungen stellen und neue Dinge ausprobieren. Dinge wagen, die wir uns vielleicht nie zugetraut hätten - um dann festzustellen, dass es einerseits gar nicht so schlimm war, uns vielleicht sogar Spaß gemacht hat und wir einfach ein bisschen stolz auf uns sein können!

Und ja: Zu Hause gemütlich auf unserer Couch könnte das alles mitunter schwierig sein. Wie sollen wir neue Seiten an uns entdecken, wenn wir immer nur das Gleiche tun?

Mein Leben außerhalb der Comfort Zone...

Ganz vieles in meinem Leben findet außerhalb meiner persönlichen Komfortzone statt: 

Raus aus der Komfortzone
Ich liebe es mittlerweile, Dinge außerhalb meiner Komfortzone zu wagen! Es gibt mir ein Stück Freiheit, zu wissen, ich kann Neues probieren und Neues entdecken!
Die Komfortzone ist meine Ruheoase, mein Rückzugsort, mein Wohlfühlort. Wo ich Kraft tanken und mich ausruhen kann.

...und warum ich die Komfortzone genau deshalb so liebe

Von dem allen, von all den Herausforderungen, denen wir tagtäglich begegnen, brauchen wir doch alle auch einen Rückzugsort, einen Pausenraum, ein Leo. 

Willkommen in der Komfortzone!

Hier kannst du dich ausruhen, einfach mal die Seele baumeln lassen, einfach mal nichts tun, dir einfach mal keine Sorgen machen. Einfach mal das Gefühl haben, alles ist gut. Einfach mal wissen, du hast die Dinge unter Kontrolle (maximal die Couch-Decke könnte am Boden rutschen...)!

In meiner Komfortzone ruhe ich mich aus. Ich tanke Kraft für den nächsten Schritt hinaus. Ich komme zur Ruhe. Ich komme ins Genießen, in die Dankbarkeit und in die Stille. Ich schalte ab. 

Ob mir das beim sagen wir mal Bungee-Jumpen (MEGA außerhalb meiner Komfortzone!) gelingen würde? Ich glaube nicht!

Ich glaube wir brauchen beides: Die Komfortzone und darüber hinaus

Ich weiß nicht, wie es mir gehen würde, wenn ich ständig außerhalb meiner Komfortzone leben würde. Ständig neue Herausforderungen meistern müsste, mich ständig neu erfinden müsste, ständig alles von mir geben müsste. Nie wissen würde, was auf mich zukommt und welche neue Seite von mir an der nächsten Ecke wartet.

Ich weiß auch nicht, wie es mir gehen würde, würde ich ständig innerhalb meiner Komfortzone leben. Ständig in der Stille sein, immer nur genießen und meine größte Sorge wäre, ob die Couch-Decke wohl heute wieder von der Couch rutscht! Wenn ich nur abschalten würde und in Sicherheit sein würde. 

Ich glaube, wir brauchen beides: die Herausforderung außerhalb unserer Wohlfühlzone und die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Die Aufregung darüber, etwas Neues zu tun und die Möglichkeit, uns zu erholen. Und die Möglichkeit, Kraft zu tanken für den nächsten großen Schritt AUSSERHALB unserer Komfortzone. 

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